Medizinstudium · Pflegepraktikum

Pflegepraktikum – Tag 13

Ich hatte mit den beiden vom Tag zuvor wieder Frühdienst, dazu ein Schüler statt der Stationsleitung. Wieder die Üblichen 2 statt 3 Bereiche, wie immer wenn die Besetzung halt knapp ist. Meistens ist das am Wochenende und in der Spätschicht der Fall, in der Frühschicht wird meistens die offizielle Besetzung erreicht.
Erst jetzt beim schreiben fällt mir auf, dass es der 13. Tag ist, das passt auch ganz hervorragend zu dem was an dem los war.
Ich Laufe wieder mit D. mit. Ich mache die Aufgaben, die ich bereits am Vortag übernommen habe, aber ich kann ihr nichts recht machen. Alles was ich mache ist falsch, ich mache es nicht schnell genug, nicht so wie sie es will (Wie es aber alle anderen machen, und die Leitlinien sind). Ich bin einfach nur fertig, arbeite so viel ich kann und so schnell, aber ich bekomme es einfach nicht hin, ihr das recht zumachen. Ich weiss einfach nicht was ich gemacht hab, dass sie so sch*** zu mir ist.
Es ist das erste mal, dass ich mir denke: Zum Glück sind es nur noch 2,5 Wochen hier. Irgendwie geht das rum. Die Tage zuvor hat es mir immer Spass gemacht, aber da ab ich das Pflegepraktikum als lästigen Mist zum Medizinstudium gesehen.
Als ich gerade was aus dem Lager hole, kommt der Schüler rein, der auch dabei ist, und meint: „Heute ist ja aber eine gute Laune hier“. Ich frage ihn, ob ich ihm anders vorkomme als sonst, ob ihm irgendwas aufgefallen ist, was das hätte ausrufen können. Er meint ich bin wie immer, ich soll mich nicht unterkriegen lassen und mal mit ihr reden, vielleicht wird’s dann ja besser. Ich nehme mir vor, sie nach der Frühstückspause drauf anzusprechen.
Wir gehen beide zum Frühstück, da ist es lustig, und man merkt nichts von der verkorksten Stimmung, von dem her werfe ich meinen Plan über Bord mit ihr zu reden. Funktioniert ja. Im 2. Rundgang ist sie wieder wie vor der Pause. Ich kann ihr nichts recht machen, werde angemotzt und fertig gemacht. Das geht so bis in die Übergabe, wo ich während der Übergabe auch noch von der Zweiten fertig gemacht werde. Ich soll endlich mal meine Klappe halten. Ich setze drauf, dass die Schicht nicht mehr lange andauert, gehe auf viele Klingeln, um wegzukommen. Zum Glück hat ein Blick in den Dienstplan gezeigt, dass ich am nächsten Tag erst mal mit anderen zusammenarbeite, die ich gut kenne und sehr mag. (Und die mich auch)
Als ich aus der Klinik komme, bin ich einfach nur noch fertig, wütend und traurig. Und dann hatte sich auch noch der blaue Himmel in dunkelgraue Wolken verwandelt, aus denen es anfängt zu regnen, als ich auf dem Weg zu meinem Auto bin.

Tag 1, Tag 2, Tag 3-5, Tag 9, Tag 10, Tag 11, Tag 12, Tag 14

Advertisements

13 Kommentare zu „Pflegepraktikum – Tag 13

  1. Ich hab mich nicht unterkriegen lassen. An dem Tag dachte ich aber, dass ich das wenn es so weiter geht, das Praktikum abbrechen werde: Genügend Zeit hätte ich zum Glück noch in den nächsten Semesterferien. Einen Tag später wusste ich, dass die Stationsleitung, die Stv. Stationsleitung, die dienstälteste Schwester und die zwei Praxisanleiterinnen, also alle die auf der Station etwas mehr zu sagen haben, hinter mir stehen.

    Gefällt mir

  2. Ich bin ziemlich geschockt von deiner Auseinandersetzung mit D. Ich habe mich während meines Pflegepraktikums teilweise auch richtig zerrissen, war keiner Kollegin fest zugeordnet, sondern musste durch alle Stationsbereiche springen, je nachdem wo ich gerade gebraucht wurde. Die Mittagspause ist da durchaus öfters auch mal ausgefallen. Als ich dann mal zu einer Kollegin, die von mir wollte, dass ich ihren Müll (Verpackungen von Infusionen, Infusionssystemen etc.) wegräume, sagte, ich könne mich nicht halbieren und würde gern noch die Aufgaben fertig machen, die ich gerade erledige, hat sie danach den ganzen Tag kaum ein Wort mehr mit mir geredet, auf Fragen wie „Kann ich dir noch irgendetwas helfen?“ mit einem kurzen „Nein!“ geantwortet, ohne mich dabei anzuschauen.
    Aber so extrem, wie du deine Erlebnisse mit D. beschreibst war es bei mir nicht. Praktikanten gezielt fertig zu machen geht gar nicht. Du bist Praktikantin, du bist da um etwas zu lernen und das Stationspersonal zu unterstützen und nicht um die mobben zu lassen. Ich versehe voll und ganz, dass du da zur Stationsleitung gegangen bist.

    Gefällt mir

    1. Das mit dem Zerreissen gab es auch, immer dann wenn weniger Praktikanten/Schüler als Schwestern da waren. Es wurde dann halt nach Aufgabeneingang abgearbeitet 🙂
      Wenn was dringend war, gab es halt den Zusatz „Dringend“ in der Aufgabenstellung, und wenn irgendwie möglich habe ich mich noch schnell abgemeldet, dass ich gerade was dringendes anderes mache (Blutgasanalysen zum Gerät bringen o.Ä.).
      Pause haben wir immer alle zusammen gemacht, und es ging immer abwechseln gemand zu den Klingeln.
      Wie viele Praktikanten/Schüler wart ihr? Wir waren mit 1x Schüler 1. Jahr, 1x Schülerin 2. Jahr, 1x FSJlerin, 1x Langzeitpraktikantin, 2x Altenpflegeschülerinnen und mit mir als Praktikantin eigentlich ganz gut dabei. Auf 7 Leute lassen sich die Schichten ganz gut verteilen, dass immer mehrere im Frühdienst und mindestens einer im Spätdienst da war.

      Gefällt mir

      1. Wir waren zwei Praktikanten und das wars. Jeweils einer allein in Früh- oder Spätschicht. Wenn man Glück hatte war noch zusätzlich ein Pflegehelfer da. Und das bei einer Station, die regulär mit sieben Fachkräften pro Schicht besetzt ist, die alle was von dir wollen.

        Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.