Medizinstudium · OP

Mein erstes Mal… im OP! (Teil 2)

Teil 1

Achtung, das ganze ist im OP! Wer das nicht verträgt…

Ich gebe mir Mühe den Text halbwegs verständlich zu schreiben, wenn trotzdem noch was unklar ist: Nachfragen! 🙂

Zuerst muss ich sagen, dass ich den ganzen Tag „unsteril“ war, die große Hygieneeinweisung für ein wenige Stunden andauerndes Praktikum war dann doch etwas zu viel des Guten, zu dem ich vermutlich auch nichts anderes als rumstehen hätte machen können.

Für den Tag waren 4 OPs geplant, als erstes ein kleines Kind mit gebrochener Ulna und Radius (Unterarm) und der Bruch war leicht abgeknickt. Hätte man wohl mit sehr viel Geduld auch ohne OP hinbekommen, wurde mir erklärt, bei so kleinen Kindern würde das auch wieder gerade werden, jedoch erfordert das etwas Geduld von den Eltern. Und die Eltern wollten es wohl lieber schnell geregelt haben.

Als ich in den OP kam hat er schon geschlafen und das Kuscheltier wurde grade „verunstaltet“, mit Verbänden, Zugang, extra klein geschnittenem Mundschutz, OP-Haube, Säuglings-EKG-Elektoden und so weiter. Ich war fasziniert davon, wie viel man an die Katze ran bekommt 😀

Mir wurde von der OP-Pflege gezeigt, wo ich stehen kann und wo ich gut was sehe. Die Röntgenbilder wurden noch mal angeschaut und ich gleich mal vom Oberarzt gefragt, wie man das jetzt wieder hin bekommen könnte bzw. was man da jetzt macht. Ich antwortete direkt, dass ein Draht von distal, einer von proximal da rein kommt. Und dass ich mir die Röntgenbilder am Vorabend mit der Oberärztin angeschaut habe und sie mir erklärt hat was da wie gemacht wird, dass ich weiß, was mich erwartet. (Ich wollte nicht, dass er denkt, ich weiss das einfach so. Und mich noch kompliziertere Sachen fragt…)

Daraufhin kam nur ein „Spielverderberin“. 😀 😀 😀

Es musste noch recht kurzfristig ein Bleikittel für mich gefunden werden, da der C-Bogen (fahrbares Röntgengerät im OP) ständig im Einsatz war. Die Drähte mussten ja richtig plaziert werden.

Etwas später:

„Wissen Sie, warum wir die Drähte von 2 verschiedenen Seiten einbringen?“

„Nein“

„Na dann überlegen sie mal, Sie können sich ja auch mal Ihren Arm genauer ansehen“ („Hilfe! Wie soll ich jetzt das bitte raus bekommen???“ war da mein erster Gedanke…)

„Vielleich weil man so besser dran kommt und die Drähte einfacher bzw. besser rein?“

„Richtig!“ *juchu*

noch etwas später:

„Und Sie überlegen sich in die Chirurgie zu gehen?“

(da weiss ich nicht mehr genau was ich gesagt hab, war auf jeden Fall leicht zustimmend)

„Sie können ja Handchirurgie machen“ (Da wüsste ich ja echt gerne, was das bedeutet: Ist das jetzt gut oder schlecht oder weil ich weiblich bin oder warum???)

Durch die vielen Röntgenbilder hatte ich das Gefühl der OP folgen zu können, bzw. nachvollziehen zu können, wo man denn da ist. Es schaute ja nur ein kleiner Arm aus dem vielen Blau hervor.

Als die Drähte drin waren wurden noch mal „schöne“ Bilder gemacht, es wurde vernäht und verbunden und schon wurde der kleine Mann geweckt.

Und der nächste böse Cliffhanger kommt 😛

Teil 3

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8 Kommentare zu „Mein erstes Mal… im OP! (Teil 2)

  1. Boah du bist wirklich fies mit den Cliffhangern. 😀
    Und auch ein dank für den interessanten Artikel. Okay nun heißt es warten auf Teil 3. Wie viele Teile sind denn eigentlich geplant?

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    1. Vermutlich werden es 4-6 Teile. Mal gucken wie viel meine Finger noch tippen wollen und wie zuverlässig mein Internet in den nächsten Tagen zum hochladen ist. Das könnte nämlich Glücksspiel sein :-/

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  2. OP finde ich super und ich kann da auch gut zuschauen. Funktioniert bei mir selbst auch meistens so lange, bis die erste graue Zelle begriffen hat, dass das mein Körper ist, den ich da ganz fasziniert betrachte und wenn sich das dann rumgesprochen hat, will mein Kreislauf erst einmal Pause machen 😀

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    1. Und du bekommst kein Tuch vor die Nase gehängt?
      Ansonsten bleiben wohl nur Augen zu oder Gehirn aus wenn du dich noch nicht dran gewöhnt hast 😀

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      1. Ups, ein bisschen missverständlich formuliert, ich sollte vor der Klausur morgen etwas mehr schlafen 😀
        Bei meine bisherigen OPs waren Vollnarkosen und da hätte ich ohne 10 Spiegel eh nichts sehen können… Aber die ganzen (alltäglichen) Verletzungen, Schnitte und Co sind auch ganz interessant. Erst recht natürlich die OPs, die man ab und zu mal in Dokus vor die Nase bekommt 🙂
        Und wenn man mal den Gestank in der Kläranlage und beim Gelbe-Sack-Sortieren überlebt hat, dann schreckt einen nichts mehr 😛

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