Medizinstudium

Mein erstes Mal… im OP! (Teil 3)

Teil 1

Teil 2

Achtung! Schon wieder OP! Bluuuuuuut!

In der „Pause“ wirbelten die Reinigungskräfte durch den OP, dann wurden die vorbereiteten Siebe hereingeholt und ausgepackt und alles vorbereitet. Das war deutlich mehr als zuvor, da es eine Hüftendoprothese war.  Der Oberarzt war weiterhin dabei, ein neuer Assistenzarzt und ein zweiter Oberarzt kamen dazu. Mir wurden Bilder gezeigt, wo bereits ausgemessen war, was für eine Größe gebraucht wird.

Der 2. Oberarzt war schon etwas älter und beschwerte sich als erstes, dass ja eine Frau im OP war und man deswegen gar keine Witze reißen könnte.

Seine erste Frage an mich war dann (als er den Penis zur Seite weg klebt), ob ich auch so ein Klebeband haben will für meinen Freund. Das sorgt dafür, dass alles steril ist. Ich hab dann mal behauptet, dass der darüber nicht so begeistert sein wird…

Der OP-Pfleger kam zu mir, brachte einen Sitzhocker mit und meinte, dass ich mich ja dann auch hinsetzten könnte. Ich hatte da so ga keine Lust drauf, da hätte ich ja gar nichts mehr vom OP-Feld gesehen. Daruafhin meinte er nur, dass die OP „echt heftig“ ist. Ähm ja. Okay. Ich blieb wieder im Hintergrund, stand aber meistens auf den Zehenspitzen, um was sehen zu können. Schulter an Schulter 2 Leute stehen zu haben, die größer sind als ich ist schon etwas doof. Die Anästhesistin kam dann mal um die Ecke zu mir, und hat mir gezeigt, dass da in der Ecke noch ein Hocker zum draufstellen ist. Geschnappt, so platziert, dass ich nicht im Weg bin und mich über richtig gute Sicht gefreut, weil ich jetzt problemlos über die Schultern und zwischen den beiden Köpern durchschauen konnte!

Auch dieses mal gelang es mir sehr gut nachvollziehen zu können, wo gerade rumgebastelt wird.

Nachdem sägen, raspeln und fräsen rum war, kam der Kommentar vom Oberarzt an den Assistenzarzt: „Da (an das Bein) musst du dich ganz sanft ranhängen, wie an eine Frau“ 😀

Und irgendwann war auch die OP fertig, und es wurde auch genau die Größe Schaft gewählt, die man ausgemessen hatte, und nicht eine Nummer kleiner, wie zwischenzeitlich gedacht.

Die OP war etwas blutiger, ich war wirklich fasziniert davon, dass die beiden Oberärzte von oben bis unten eingesaut waren, jedoch nur die „Kleidung“. Astronautenhaube hat was abbekommen an der Stirn, Mundschutz ein paar Spritzer, aber dazwischen absolut nichts. Der Oberarzt, der schon die erste OP gemacht hatte, stand in einer Blutlache und als die OP fertig war ging er zum Computer um sich die Bilder der nächsten OP anzuschauen. Dabei zeichnete sich eine deutliche Spur ab, wo er entlanggelaufen war, die Reinigungskräfte liefen putzend hinterher.
Als er sich vom Computer gelöst hat wurde er von einem Kollegen auf die Spur im inzwischen komplett gereinigten OP aufmerksam gemacht, woraufhin er die Schuhe auszog, in die Hand nahm und aus dem OP lief.
„So bekommst du aber nasse Socken“
„Egal“
*kopfschüttel*

Ich durfte mir übrigens Handschuhe anziehen und den Hüftkopf genauer ansehen!

Und weiter geht’s nach der nächsten Maus im nächsten Beitrag!

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6 Kommentare zu „Mein erstes Mal… im OP! (Teil 3)

    1. Wenn ich mich nicht irre ist das ein Spruch aus der Sendung mit der Maus, wo bei einem längeren Beitrag ein Maus-Spot eingefügt ist.

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