Medizinstudium

Untersuchen lernen.

So… heute war das erste mal der Kurs in dem ich lernen werde, wie man einen Patienten untersucht beziehungsweise wie man die physiologischen Befunde erhebt. Heute waren die Organe im Thorax, also Herz und Lunge dran.
Ich habe festgestellt das ist doch gar nicht so einfach ist wie es aussieht.
Man muss so viel bedenken und alles in der richtigen Reihenfolge machen, dabei nichts vergessen und dann auch noch den Patienten bespaßen.
Für ältere Medizinstudenten oder Ärzte wird es vermutlich nicht sehr kompliziert sein und es ist in Fleisch und Blut übergegangen. Für mich war es aber heute eine Herausforderung an alles zu denken und die richtige Reihenfolge zu beachten.

Anklopfen. Reingehen. Sich die Hände desinfizieren. Sich dem Patienten vorstellen. Ihm sagen was ich vorhabe. Ihn bitten sich jetzt das Oberteil auszuziehen. Haut inspizieren. Sich die Fingernägel des Patienten angucken. An den Beinen nach Ödemen schauen. Nach dem Herzspitzenstoß tasten. Und neben her natürlich alles noch erzählen was man macht, zum einen für den Prüfer in der OSCE Prüfung, zum anderen, dass der Patient weiß, was ich mit ihm mache.
Ich komme mir aber dabei echt bescheuert vor. Meine Mitstudenten zu siezen, ihnen zu erklären was ich jetzt mache, zu erzählen das ich erst auf den Erbschen Punkt höre und den Puls fühle, dann auf die Aortenklappe, die Pulmonalklappe, danach auf die Trikuspidalklappe, und auf die Mitralklappe höre. (Von der Uni im liegen gewünscht.)
Und dann muss man auch noch die richtigen Stellen treffen an denen man die verschiedenen Klappen hört. Und die dann auch noch tatsächlich was hören.
Zwischendrin nicht vergessen vor dem kalten Stethoskop und den kalten Händen zu warnen, wenn das der Fall sein sollte.
Das ganze Spielchen dann natürlich danach auch noch mit der Lunge.
Heute waren 3 Stunden üben angesagt, heute in einer Woche werden wir schon auf Patienten losgelassen. Und bis dahin sollen wir das „perfekt“ können. Geht das schnell!!! *panik*

Fürs nächste Mal merke ich mir: Direkt als Freiwilliger melden. Der erste Freiwillige ist nämlich das Opfer und der zweite mehr oder weniger Freiwillige (ich eher weniger, weil ausgezählt) wird dann ins kalte Wasser geschmissen und darf erst mal untersuchen wie man glaubt dass es geht. Bevor besprochen wird, wie es geht.
So stand ich dann erst mal doof da, das erste Mal wirklich mein Stethoskop benutzend, auch wenn ich es schon eine Weile habe. Da gibt es nämlich eine blöde Kleinigkeit wenn es zwei Seiten hat: Man muss das Ende richtig herum drehen, also dass die Öffnung zur richtigen Seite zeigt. So kam von mir erst mal ein „Ich höre nichts.“
Danach hat sich dann das Mysterium Stethoskop so langsam geklärt. Vermutlich ist für jeden, der öfter mal damit zu tun hat das total logisch, aber für mich als Anfänger neu. Ich hab nämlich bisher meistens nur billige Stethoskope mit einer Seite benutzt, oder welche, die mir richtig eingestellt in die Hand gedrückt worden waren.
Bis zur Anmerkung, dass ich nichts höre, hab ich mich allerdings immerhin so gut geschlagen, dass mir kompetentes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit attestiert wurde 😀
Ist ja auch was 😉

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4 Kommentare zu „Untersuchen lernen.

  1. hihi, ach das war was… damals. Untersuchungskurs! Und was man da alles machen sollte; bzw. was man heute noch alles machen müsste, wenn man einen Befund beim Patienten erheben will. Dabei können wir nicht mal die Töne, die wir vielleicht mal erraten, zuordnen. Geschweige denn, dass wir sie so wirklich sicher hören. Außer man ist in der Kardiologie oder Pneumologie.

    Und das Stethoskop: mach dir keinen Kopf. Es soll ja immer noch Oberärzte geben, die das Ding falsch rum ins Ohr stecken und felsenfest überzeugt sind, sie hören alles. Da sieht man, wer wie oft ein Stethoskop nutzt 😉

    Viel Spaß beim Untersuchen der ersten Patienten!

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    1. Aktuell ist es noch nicht mal der „richtige“ Untersuchungskurs, sondern EKM. Erst mal die physiologischen Dinge lernen, im Untersuchungskurs dann die pathologischen erkennen lernen.
      Mein Stethoskop hatte ich immer richtig in den Ohren, dass hat geklappt.

      Danke, Spaß werd ich haben 🙂
      Mein näheres Umfeld muss jetzt als „Opfer“ zum üben dienen…

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  2. Naja, „kompetentes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ ist eine Kompetenz, die viele hart lernen müssen…und so Mancher wird sie nie haben.
    Das kann schon gelegentlich ganz praktisch sein. 😉

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