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Explosiv

Heute werde ich entlassen, wenn der Gebärmutterhals und Muttermund noch mal kontrolliert wurden.

Bei der Visite sind mir natürlich nicht die Fragen gekommen, die ich noch hatte, aber was solls – mir begegnet ja noch eine Ärztin bei der Untersuchung.

Als die Visite wieder draussen war fing die Oberärztin direkt vor meiner Tür an, meinen Fall den Studenten zu erklären. Mithören war kein Problem, hellhörig genug ist es hier ja.

Am Anfang eher allgemeine Sachen, was was bedeutet. Dinge, die ich von lieben Mit-Twitterern per DM erklärt bekommen habe. Da hab ich mich gefragt, warum das nicht im Zimmer passiert ist, weil das echt interessant und wichtig gewesen wäre.

Die letzten Tage wurde ich meist vor vollendete Tatsachen gestellt und der Plan desöfteren ohne Begründung, Erklärung oder Information umgeschmissen.

Danach ging es dann weiter, was es für Möglichkeiten aktuell gibt für das Känguru, sollte es kommen.

Wäre es jetzt gekommen, dann hätte man nicht probiert es zu retten, und es als Abort gezählt. Obwohl es das vermutlich gepackt hätte von der Größe her. Aber da Spätfolgen nicht unwahrscheinlich sind, will man den Eltern das nicht zumuten ihr Leben für ein behindertes Kind zu versauen. Eltern investieren nämlich viel zu viel Zeit in ein behindertes Kind. Laut der Oberärztin.

Warum wissen wir nichts von den Möglichkeiten? Warum bin ich dann überhaupt in der Uniklinik mit einem Level1-Perinatalzentrum? Ob wir uns ein Leben mit behinderten Kind vorstellen können ist ganz allein unsere Entscheidung. Und wie ausgeprägt die Spätfolgen sind, kann auch keiner vorher sagen.

Ich gehe heute. Und wenn es nur ist, um direkt danach in die nächsten Klinik zu fahren, sollte sich der Gebärmutterhals zu stark verkürzt haben.

Und ich bleibe ruhig. Für das kleine Känguru, dass noch ganz lange in meinem Bauch bleibt, dass wir kein Perinatalzentrum mehr brauchen.

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5 Kommentare zu „Explosiv

    1. Ja, wir sind draußen und bei meinen Eltern. Dem Känguru und mir geht’s gut, da wir in Wohlfühl-Umgebung sind. Bauch wird trotzdem noch hart, aber nicht öfter als gestern.

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  1. Oh je, das klingt echt nicht gut. =/ Ich drücke euch die Daumen!

    Tja, ich glaube, das könnte was mit dem Vieldiskutierten „Sind Kinder unter 500 g überhaupt überlebensfähig?“ zu tun haben. Aber nichtsdestotrotz finde ich diese Einstellung zum Kotzen. Tschuldigung.

    Darf ich fragen, in welcher Woche du jetzt bist? (Das interessiert mich deshalb, weil ich selbst vor 22 Jahren in der 28. SSW geboren bin..)

    Liebe Grüße

    Sally

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