Schwangerschaft

Geburtsbericht Teil 5

Das ist ein Geburtsbericht. So wie es war, ohne etwas ausgespart zu haben. Ich fand es insgesamt eine schöne Geburt, jeder kann es aber anders sehen.

geschrieben am 10.1.16, überarbeitet am 19.3.16

Zur Ruhe bin ich trotzdem nicht mehr gekommen, hab mich irgendwann weiter von links nach rechts gewälzt und wusste nicht, wie ich liegen sollte. Schlafen konnte ich natürlich auch nicht, sodass ich dann mal aufs Klo gegangen bin, einfach um zu testen, ob es im stehen, gehen oder sitzen angenehmer wird. Und Klo gehen ist doch eine gute Ausrede, wenn man eigentlich im Bett liegen und schlafen soll, aber doch ausserhalb erwischt wird. Schmerzärmer wurde es mit dem aufstehen nicht, aber es war eine willkommene Abwechslung. Und irgendwas machen hat sich dann doch besser angefühlt als nur versuchen im Bett liegen zu bleiben. Beim Händewaschen kamen die Reste einer Erkältung durch und ich musste husten – keine Sekunde später hörte man 2 Hebammen über den Gang rennen, die ins Zimmer stürzten um zu fragen, ob jemand spuckt. Ich entriegelte die Bad-Tür, damit keiner Panik bekommt, sagte, dass ich nur Husten musste, trocknete mir die Hände ab und… spuckte!
„Jetzt musste ich doch spucken“ sprach ich, kotzte mir noch etwas länger die Seele aus dem Leib und hatte meine Hebamme neben mir stehen. Und ich Depp hatte das Waschbecken vollgesaut. Das war gegen 0:30 Uhr.

Während ich mich sammle, höre ich draussen ein Gespräch zwischen den beiden Hebammen der Nachtschicht, wer von uns beiden aus dem Wehenzimmer rausgeschoben wird, damit wir beide mehr Ruhe bekommen. Erst wollen sie meine Zimmernachbarin rausnehmen, dann aber doch mich. Wenn ich es richtig verstanden hatte, hatten sie den Verdacht, dass es bei einem von uns doch schneller losgeht. Ich hatte vermutet im benachbarten, zweiten Wehenzimmer zu landen, komme aber mit Bett und meinen paar Sachen in den größten Kreissaal mit Geburtswanne. Das ist der Kreissaal, den ich bei der Kreissaalbesichtigung am schönsten fand und eh am liebsten haben wollte. Da ging ich aber noch davon aus, dass ich am nächsten Tag wieder zwischen Wehenzimmer und Wöchnerinnenstation pendel und dass ich noch mal rauskomme vor der Geburt – Pustekuchen.
Im Kreissaal legte ich mich wieder ins Bett, die Hebamme kam rein und ich bekam eine Ladung Vomex i.v.. Sie fragte mich, ob ich meinen Freund da haben will, ich meinte, dass er schlafen soll und ihn später brauche. Meine Vorstellung war ja, stundenlang spazieren zu gehen oder Treppen zu steigen, dass sich der Muttermund öffnet, ich war der Meinung, das das alles noch am nächsten Tag auf mich wartet.
Irgendwann fing ich auch an zu tönen, wie ich es im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte, so gefühlt hat es nichts gebracht, versuchte es aber weiter.

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