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Geburtsbericht Teil 7

Das ist ein Geburtsbericht. So wie es war, ohne etwas ausgespart zu haben. Ich fand es insgesamt eine schöne Geburt, jeder kann es aber anders sehen.

geschrieben am 10.1.16

E. hat die Nabelschnur durchgeschnitten, nachdem die auspulsiert war und zwei Anläufe gebraucht, bis sie dann durch war. Das darf ich aber eigentlich niemanden verraten, dass er, gerade als Sohn einer Chirurgin das nicht auf anhieb hinbekommen hat. Mach ich jetzt trotzdem!
Die Plazenta wollte sich nicht so recht lösen, sodass die Hebamme sich die Nabelschnur um die Hand wickelte und daran zog. Ein echt merkwürdiges Gefühl im Bauch.
Es ging dann relativ schnell aus der Wanne, E. hatte das kleine Känguru-Mädchen währenddessen. Ich ging durch die Tür aus der Wanne hinaus ein paar Schritte zum Kreisbett und hinterließ eine Blutspur. Meine Hebamme scheuchte mich, etwas schneller zu sein, die Langen, Großen kippen wohl schneller mal um. Ich bekam vorgewärmte Handtücher zum zudecken, denn mir war plötzlich extrem kalt und klapperte nur so mit den Zähnen. Noch ein letztes mal Pressen und die Plazenta war da. Es hörte nicht auf zu bluten, wie stark, keine Ahnung, sodass ich noch eine Ladung Oxytocin verpasst bekam und einige Male auf dem Bauch rumgedrückt wurde. (Mein Hb nach der Geburt war doch glatt bei 6,3) „Eisenwert ist etwas niedrig, aber nicht schlimm. Kräuterblut oder rote Säfte trinken.“ So ein Quatsch, der ist auch fast ein halbes Jahr danach noch nicht wieder okay.
Geburtsverletzungen hatte ich keine Größeren, auch wenn es sich ganz anders angefühlt hatte, nur eine kleine Scheidenschürfung, die wohl mit 2 Stichen genauso gut geheilt wäre wie ohne, sodass ich um die Naht herumgekommen bin.
Die Kleine wurde in Handtüchern gewickelt zu mir aufs Kreisbett gelegt, beim genaueren angucken erschrak sich die Hebamme beim Anblick des Beines, mir war bis dahin nichts besonderes aufgefallen. War halt ein kleines, zerknautschtes Bündel Mensch.
Im Kniegelenk war das Bein nach vorne durchgedrückt, und nicht nach hinten beweglich, wie es normalerweise ist. Känguru war so schnell weg, dass ich gar nicht gucken konnte, wie es aussah. Der Kinderarzt wurde gerufen, E., die Hebamme und das Känguru warteten draussen hinter der angelehnten Tür. Nachdem ich runtergekommen war, fühlte ich mich furchtbar allein, großartig bewegen konnte ich mich nicht, nichts für mein Kind tun und wusste nicht, was jetzt genau los war. Irgendwann kam die Hebamme, sagte, dass alles gut ist mit der Kleinen und zeigte und erklärte mir die Plazenta. Das hatte ich mir so gewünscht als neugierige Medizinstudentin 😉

Das Känguru kam mit Hebamme und E. wieder rein, die Hebamme meinte, dass das Känguru jetzt dringend trinken müsste, nachdem es so lange beim Kinderarzt war und hat es angelegt. Nach 20 Minuten sollte ich die Seite wechseln, falls ich es alleine schaffe, ansonsten würde sie auch reinkommen und helfen. Im ersten Anlauf hat es zwar nicht funktioniert, aber kaum das ich E. die Hebamme holen geschickt hatte, hat auch das funktioniert und Känguru hat noch mal 25 Minuten auf der anderen Seite gesüffelt. Der Kam dann auch noch mal rein, das Känguru hat ein bandagiertes Bein bekommen und am nächsten Tag sollte sich das der Orthopäde noch mal genauer angucken. Das war, verbunden mit meinem matschigen Kreislauf, der Ausschlag, dass ich doch nicht ambulant entbunden habe.

Das Känguru wurde vor/nach dem Kinderarzt leider von ihrer Käseschmiere größtenteils befreit, ihre vielen Haare waren aber noch verklebt. Das hat die Nachtschwester 24h nach der Geburt aber geändert.

Wir sagten den Familien bescheid, Großfamilien-Whatsapp-Gruppe auf meiner Seite sei Dank ging es sehr schnell. Um 3:17 Uhr geschrieben war um 3:19 auch schon die Antwort von meinem Vater da. Eigentlich wusste aber nur meine Mum, dass wir jetzt im Krankenhaus sind.

Gegen 4:30 verließen wir den Kreissaal.
Von meiner ersten Fahrt im Bett durch das Krankenhaus habe ich keine Erinnerung, ich war vollkommen damit beschäftigt das kleine Känguru bei mir im Bett festzuhalten und sie mit der Bettdecke vor den hellen Lichtern zu schützen.

E. fuhr nach Hause und ich bekam auf Station ein kleines Frühstück. Ich guckte ganz viel meine kleine Maus an und schlief dann doch noch 1,5 Stunden.

Und damit ist der Geburtsbericht erstmal beendet!

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2 Kommentare zu „Geburtsbericht Teil 7

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